Ernährung neuropädiatrischer Kinder – häufig sehr komplex!

Nun gibt es erstmals konkrete Handlungsempfehlungen der europäischen Gesellschaft für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN).

Kinder mit neurologischen Beeinträchtigungen haben oftmals Fütterungs- und Schluckprobleme, die mit Wachstumsstörungen und Mikronährstoffmängeln einhergehen. Die ESPGHAN gibt nun erstmals einen systematischen Ansatz zum Management gastrointestinaler und ernährungsbedingter Komplikationen bei Kindern mit neurologischer Beeinträchtigung.

Die Leitlinie geht umfassend auf die Beurteilung des Ernährungszustandes und der damit verbundenen Feststellung einer Mangelernährung ein und gibt Empfehlungen zur enteralen Ernährungstherapie und zur Ermittlung der Nährstoffzufuhr sowie zur Art der Nahrungsgabe.

Konkret bedeutet das folgendes:

  • Die Ernährungsbeurteilung und -therapie soll durch ein multidisziplinäres Team bestehend aus Ärzten, Ernährungsfachkräften, Krankenpflegern, Logopäden, Physiotherapeuten, Psychologen und Ergotherapeuten erfolgen.

  • Der Ernährungszustand soll mittels genauer Ernährungsbeurteilungen, wie der Erhebung anthropometrischer Daten (mindestens alle 6 Monate), der Messung von Kniehöhe oder Tibialänge und der Messung der Mikronährstoffe (jährliche Kontrolle), überwacht werden.

  • Die orale Nahrungsaufnahme ist die bevorzugte Option für die Ernährung von neuropädiatrischen Kindern, sofern sie ernährungsphysiologisch ausreichend, sicher und stressfrei ist und die Fütterzeiten von 3 Stunden pro Tag nicht überschritten werden. Für die Überwachung des Ernährungsstatus empfiehlt sich ein Beobachtungszeitraum von 1 bis 3 Monaten, um sicher zu stellen, dass die orale Ernährung eine adäquate Option für den Patienten darstellt.

  • Eine enterale Sondenernährung wird empfohlen, wenn die oben genannten Punkte – ausreichend, sicher und stressfrei – nicht eingehalten werden können und die Gefahr einer Mangelernährung oder ein Aspirationsrisiko bestehen.

  • Die Eltern/Betreuungspersonen müssen in alle Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden, insbesondere aber wenn es um eine Ernährung über ein Gastrostoma geht.

Verschiedene Nahrungen für die verschiedenen Bedürfnisse von neurologisch beeinträchtigte Kindern

Bei der enteralen Sondenernährung sollte je nach Bedarf des Kindes die passende Nahrung eingesetzt werden. Auch hierzu gibt die Leitlinie Empfehlungen, die sich auf das Alter des Kindes, aber auch auf den Energiebedarf und die anatomischen Begebenheiten beziehen. Kinder mit GÖRK oder Reflux/Würgen sollen gemäß der Leitlinie mit einer molkenbasierten Nahrung ernährt werden. Der Zusatz von Ballaststoffen wird empfohlen. Der Energiebedarf bei neurologisch beeinträchtigten Kindern ist schwer zu bestimmen und muss immer individuell für jedes Kind bestimmt werden.

Eine Zusammenfassung der Leitlinie finden Sie auf nutricia-med.

 

Informationen zu unseren Nahrungen für Kinder finden Sie hier.

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