Ernährungsberatung in Kinderkliniken sollte ausgebaut werden

Kürzlich machte die Stiftung Kindergesundheit auf die Defizite in der Ernährungstherapie in Kinderkliniken aufmerksam. Die wichtigsten Botschaften haben wir Ihnen zusammengefasst.

Die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind die wichtigsten, dies betrifft insbesondere auch die Ernährung. Die Auswirkungen einer unausgewogenen Ernährung ist bei ihnen besonders gravierend. Kinder mit chronischen Krankheiten sind eine besonders vulnerable Gruppe für schwerwiegende Folgen einer Fehlernährung.
Die Stiftung Kindergesundheit stellt allerdings fest, dass Ernährungsfachkräfte in Kinderkliniken rar sind und die momentanen starren Fallpauschalen nicht dazu beitragen, dass eine Ernährungsberatung kostendeckend für eine Klinik abgerechnet werden kann.

Untergewicht und Mangelernährung sind oft ein Problem

Die Folgen unausgewogener Ernährung sind bei Kindern gravierender als bei Erwachsenen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sie die körperliche und intellektuelle Entwicklung nachteilig hemmen und das Immunsystem schwächen. Bei erkrankten Kindern kann eine ungünstige Ernährung den Heilungsprozess beeinträchtigen – insbesondere bei chronisch kranken Kindern und bei ernährungsbedingten Erkrankungen (z.B. bei Morbus Crohn, Zöliakie, Hepatitiden, Asthma, Allergien, Epilepsie und angeborenen Fehlbildungen wie z.B. Herzfehlern). Auch Untergewicht und Mangelernährung sind ein nicht zu unterschätzendes Problem. Besonders hoch ist das Risiko bei Kindern <2 Jahren und bei Kindern mit Erkrankungen der Verdauungsorgane und des Nervensystems. Entgegen der Erwartung sind mehr Kinder, die auf eine Intensivstation aufgenommen werden, bei Entlassung untergewichtig als es bei Aufnahme waren – dies betraf auch Neugeborene.

Auswirkungen wirtschaftlicher Kriterien

Die Kinderkliniken sind massiv wirtschaftlichen Kriterien unterworfen. Nicht ausreichend Personal, wenig Fachpersonal und zu wenig Zeit. Dabei haben die Kinder besondere Bedürfnisse, die sich altersabhängig stark verändern können – auch und insbesondere im Bereich Ernährung. Bei einer umfassenden Ernährungsberatung sollten zudem möglichst alle betreuenden Personen mit eingebunden werden. So fordert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ein bedarfsgerechtes Angebot qualifizierter Ernährungsberatung in Prävention und Therapie durch pädiatrisch geschulte und erfahrene Ernährungsfachkräfte in der ambulanten und der stationären Versorgung sowie ausreichend ausgestattete multidisziplinäre Ernährungsteams an allen Kinder- und Jugendmedizinischen Kliniken.

Forderung nach Änderung des Vergütungssystems und direkte praktische Hilfe

Die heutigen Fallpauschalen decken aber diese Extraarbeit im Kinderbereich nicht ab oder fehlen sogar bei einigen chronischen Erkrankungen. So ist der Vorschlag des Gesundheitsausschusses des Bundesrates vom November 2020 zu begrüßen, der die geltenden Fallpauschalen für die Kinder- und Jugendmedizin grundlegend verändern und durch ein kostendeckendes Vergütungssystem ersetzen will.

Mit Hilfe von Ernährungschecks und Perzentilenrechnern, die im Internet leicht verfügbar sind, lässt sich Unterernährung einschätzen.

Ebenso kann im Verdachtsfall oder bei schlechter Nahrungsaufnahme des Kindes Trinknahrung ergänzend eingesetzt werden. Nutricia bietet hierzu kindgerechte, altersangepasste vollbilanzierte Nahrungen (mit allen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen) an, zum Trinken oder Löffeln und in verschiedenen Geschmacksrichtungen von Neutral über fruchtige Varianten bis hin zu Schokolade. Sie sind verordnungsfähig und die Vorliebe eines Kindes kann durch Musterbelieferungen ausprobiert werden.

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