Nahrungsmittelallergien – ungünstig für den Verlauf einer Multiplen Sklerose

Patienten mit einer Multiplen Sklerose (MS), die zusätzlich unter Allergien leiden, haben laut Wissenschaftlern von der Harvard Medical School Boston einen ungünstigeren Krankheitsverlauf mit mehr Schüben und Läsionen als MS-Kranke ohne Allergien.

Besonders trifft dies auf Patienten mit Lebensmittelallergien zu.

Bisherige Studien ergaben keinen direkten Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelallergien und dem Verlauf einer Multiplen Sklerose.

Möglicherweise könnte nach Meinung der Experten eine bestehende Allergie das Immunsystem von MS-Betroffenen noch zusätzlich aktivieren und damit Krankheitsschübe begünstigen und so eine Progression der Erkrankung fördern.

In der aktuellen Untersuchung konnten bei Vorliegen einer Nahrungsmittelallergie deutlich mehr Schübe (+27%) und Läsionen (bei 25% Patienten mit Nahrungsmittelallergie vs. 8% Patienten ohne Nahrungsmittelallergien) beobachtet werden.

Diese Auffälligkeiten fanden sich hauptsächlich bei Allergien gegen Lebensmittel und weniger häufig bei anderen Allergien, z.B. gegen Tierhaare, Medikamente oder Pollen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass MS-Patienten mit Nahrungsmittelallergien eine aktivere Erkrankung aufweisen.

Theoretisch könne ein Zusammenhang mit den Glykierungsendprodukten (Advance Glycation Endproducts AGEs) als Ursache in Frage kommen. Diese Produkte können als Neoantigene die Bildung von Antikörpern auslösen und dadurch die MS verschlimmern. Sie werden durch stark verarbeitete Nahrung (z.B. gegrillte, frittierte Nahrungsmittel) aufgenommen oder aber auch durch hohe Blutzuckerwerte produziert.

Fazit: Lebensmittelallergien scheinen die Schub- und Läsionsrate zu erhöhen.

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