Wenn die Möglichkeiten der Prävention der Alzheimer-Krankheit diskutiert werden, wird häufig der Faktor Ernährung genannt. Eine eindeutige Datenlage zum Einfluss bestimmter Ernährungsweisen auf die Erkrankung besteht bisher nicht. Jedoch gibt es Hinweise, dass Ernährungsgewohnheiten vorbeugend in Bezug auf das Auftreten einer Demenz wirken können.1 So empfiehlt auch die S3-Leitlinie „Demenzen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) eine ausgewogene Ernährung (z.B. mediterrane Diät) zur allgemeinen Risikoreduktion.2 Eine mediterrane Ernährung beinhaltet unter anderem:

  • viel frisches Obst und Gemüse
  • hochwertiges Olivenöl
  • Fisch (ein- bis zweimal wöchentlich)

Aus der wissenschaftlichen Literatur ergeben sich zudem Hinweise, dass Patienten mit Alzheimer-Krankheit im Frühstadium niedrigere Nährstoffspiegel – unter anderem in Bezug auf Omega- 3-Fettsäuren, Folsäure sowie die Vitamine B12, C und E – aufweisen als gesunde Gleichaltrige. Dies lässt auf einen besonderen Nährstoffbedarf schließen.3

Omega-3-Fettsäuren im Blickpunkt

Vor allem die Omega-3-Fettsäuren, welche beispielsweise in fettem Seefisch wie Lachs enthalten sind, rücken im Zusammenhang mit der Alzheimer-Präventionsforschung immer wieder in den Fokus. Zwar besteht keine Aussagekraft hinsichtlich deren Einfluss auf eine verbesserte Leistungsfähigkeit oder reduzierte Demenzhäufigkeit, doch es konnten positive epidemiologische Korrelationen im Hinblick auf den altersbedingten kognitiven Leistungsverlust festgestellt werden. Gleichzeitig ist die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für die Entwicklung und Physiologie des Gehirns unstrittig. Vermutlich haben sie ebenfalls Einfluss auf dessen Durchblutung.4

Die LipiDiDiet Studie: Frühe Intervention kann sich lohnen

Die LipiDiDiet Studie hat sich mit dem Einfluss des Nährstoffkomplex Fortasyn Connect (enthalten in Souvenaid®) auf die Alzheimer-Erkrankung im prodromalen Stadium befasst. Fortasyn Connect enthält die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaen- (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA), Uridinmonophosphat, Cholin, die Vitamine B6, B12, C und E sowie Folsäure, Phospholipiden und Selen. Zwei frühere Studien hatten bereits einen positiven Effekt bei drei- bis sechsmonatiger Gabe von Fortasyn Connect in Bezug auf die Gedächtnisleistung sowie die Synapsenaktivität bei leichter Alzheimer-Demenz nachgewiesen.5,6 Durch LipiDiDiet konnte nun die Hypothese gestützt werden, dass durch die Gabe von Fortasyn Connect im Prodromalstadium der Alzheimer-Krankheit ein konkreter Nutzen leichter erzielt werden kann, als bei später einsetzender Therapie.

Positive Effekte zeigten sich hierbei vor allem in der Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben sowie in Bezug auf die hippocampale Atrophie.7

LipiDiDiet Studie

Hier finden Sie den Link zur gesamten LipiDiDiet Studie.

zur LipiDiDiet Studie

Quellenverzeichnis

1 Feart C, Samieri C, Rondeau V, et al.: Adherence to a Mediterranean diet, cognitive decline, and risk of
dementia. JAMA 2009; 302: 638-648.
2 Deuschl G, Maier W et al. S3-Leitlinie Demenzen. 2016. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg.
Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (Zugriff: Dezember 2018)
3 Lopes da Silva S et al. Plasma nutrient status of patients with Alzheimer’s disease: Systematic review and
meta-analysis. Alzheimers Dement 2013 Oct 18. pii: S1552-5260(13)02464-3.
4 Smollich M (2015) Omega-3 fatty acids and brain function. Ernahrungs Umschau 62(10):170–177.
5 Schelten P et al. Efficacy of a medical food in mild Alzheimer‘s disease: A randomized, controlled trial.
Alzheimer’s & Dementia 6 (2010) 1-10.
6 Efficacy of Souvenaid in Mild Alzheimer’s Disease: Results from a Randomized, Controlled Trial. Journal of
Alzheimer’s Disease 31 (2012) 225–236.
7 Soininen H et al. 24-month intervention with a specific multinutrient in people with prodromal Alzheimer’s
disease (LipiDiDiet): a randomised, double-blind, controlled trial. Lancet Neurol 2017; 16: 965–75.