Patienten mit neurologischen und bestimmten Erkrankungen sowie betagte Menschen leiden häufig unter einer Schluckstörung bzw. Dysphagie. Die gesundheitlichen Folgen können erheblich sein. Insbesondere Aspirationen können massive Komplikationen nach sich ziehen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Einschränkungen bei der täglichen Ernährung, die das Risiko von Dehydration und Mangelernährung bergen.

In vielen Fällen lassen sich Schluckstörungen durch eine individualisierte Therapie gut behandeln und Ernährungsdefizite durch ein adäquates Ernährungsmanagement ausgleichen. Vor allem die frühzeitige Diagnose begünstigt den Behandlungserfolg. Neben dem regelmäßigen Dysphagie-Screening von Risikopatienten sollten Ärzte und Therapeuten daher auch Patienten und ihre Angehörigen für Anzeichen einer Dysphagie sensibilisieren.

Die fünf Phasen des Schluckens

Der Transport von Nahrung in den Magen ist ein äußerst komplexer Vorgang, der teils willentlich, teils reflektorisch gesteuert wird. Beteiligt sind die Zunge, die Wangenmuskulatur, die Pharynx- und Ösophagusmuskulatur sowie verschiedene Triggerareale in den oberen Gaumenbögen, an den hinteren Zungenrändern und im Pharynx. Der Schluckakt lässt sich in fünf Phasen unterteilen:

Die präorale Phase

Visuelle und olfaktorische Reize bereiten den Organismus auf die Nahrungsaufnahme vor und setzen beispielsweise die Speichelproduktion in Gang. Es läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Die orale Vorbereitungsphase

Die Nahrung wird im Mund zerkleinert und eingespeichelt, bis sie eine zum Schlucken geeignete Konsistenz aufweist. Diese Phase ist willentlich beeinflussbar.

Die orale Transportphase

Der Nahrungsbolus wird mit Hilfe der Zunge und der Wangenmuskulatur in den Oropharynx befördert. Während des oralen Transports nach hinten wird der Schluckreflex ausgelöst und die willkürliche von der reflektorischen Steuerung abgelöst. 

Die pharyngeale Phase

Der Bolus wird durch den Pharynx in den Ösophagus transportiert, wobei sich parallel dazu der Kehldeckel, die Stimmbänder und die Taschenfalten schließen und so die Atemwege schützen. Der Vorgang verläuft rein reflektorisch.

Die ösophageale Phase

Der Bolus wird durch den Ösophagus in den Magen transportiert. Der Vorgang verläuft ebenfalls rein reflektorisch.

Wie kommt es zu einer Dysphagie?

Beim Schluckakt müssen mehr als 30 Nerven und Muskeln reibungslos zusammenarbeiten, um die Nahrung vom Mund in den Magen zu transportieren. Sind diese fein aufeinander abgestimmten Vorgänge beeinträchtigt, kann es zu Schluckstörungen kommen.

Symptome und Gesundheitsrisiken einer Dysphagie

Eine Dysphagie kann mit erheblichen Risiken für die Gesundheit der Patienten einhergehen. Dazu zählt vor allem ein erhöhtes Aspirationsrisiko und die daraus resultierende Gefahr einer Pneumonie.