Der in Deutschland in 2018 eingeführte ICD-10 Code Sarkopenie bedeutet einen großen Fortschritt für das Management der Erkrankung: Er fördert den Bekanntheitsgrad der Sarkopenie und unterstreicht den medizinischen Bedarf.

Die Voraussetzung für eine zielgerichtete Behandlung ist die frühzeitige Diagnose einer Muskeleinschränkung. Da bislang noch keine medikamentöse Therapie zur Verfügung steht, zielt die Sarkopenie-Therapie vor allem darauf ab, die Mobilisation sicherzustellen und funktionelle Tätigkeiten zu fördern. Aktuelle Therapieoptionen bestehen vor allem aus einer Kombination aus angepasster Ernährung und Bewegung.

Ernährungstherapeutischer Ansatz

Zentral für Sarkopenie-Patienten sind eine proteinreiche sowie Vitamin-D– und Calcium-reiche Ernährung (800–1.000 I.E.). Auch die essentielle Aminosäure Leucin sollte mit einem hohen Anteil (3–4 g) enthalten sein, da sie die Muskelproteinsynthese unterstützt und den Erhalt von Muskelmasse fördert.

Besonders Molkenprotein gilt als schnell verfügbares und leicht verdauliches Eiweiß, welches die Muskelproteinsynthese schneller ansteigen lässt. Internationale Empfehlungen für den Proteinbedarf zum Erhalt oder Wiederaufbau der Muskelmasse lauten:

  • Gesunde Erwachsene: 1,0–1,2 g/ kg Körpergewicht
  • Geriatrische Patienten mit chronischen Erkrankungen : 1,2–1,5 g/kg Körpergewicht

Muskelaufbau durch Bewegung

Neben der Ernährung spielt auch die körperliche Aktivität eine essentielle Rolle, um die Muskelkraft wiederherzustellen. Krafttraining kann in allen Lebensphasen – auch bei älteren Personen – zu einer Steigerung der Muskelproteinsynthese führen und die Funktionalität der Muskeln verbessern. In unserem kostenlos bestellbaren Trainings-Booklet geben wir Ihren Patienten hierzu 16 einfach durchführbare Übungen an die Hand.

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Synergieeffekt: Ernährung plus Bewegung

Die Kombination aus proteinreicher Ernährung und Krafttraining ruft einen synergetischen Effekt auf den Muskelaufbau hervor: Die Sensitivität der Muskeln wird gegenüber anabolen Einflüssen erhöht, so dass Aminosäuren noch besser aufgenommen werden.

Internationale wissenschaftliche Arbeitsgruppen empfehlen daher nach dem Sport eine Extraportion Eiweiß, z. B. in Form eines Nahrungssupplements mit 20 g Protein.