Fakten

Unter dem Food Protein Induced Enterokolitis Syndrom (FPIES) oder auch Nahrungsmittel-induziertem Enterokolitis Syndrom genannt, versteht man ein schweres Krankheitsbild aufgrund einer Inflammationsreaktion der Darmschleimhaut, insbesondere im Dünndarm / Dickdarm, ausgelöst in der Regel durch ein Allergen.

Diese Erkrankung ist in der Regel non IgE-vermittelt und wird durch Nahrungsmittelproteine ausgelöst. Seltener treten zusätzliche Symptome auf, wie Urtikaria oder pulmonale Beschwerden, die dann auch als IgE-vermittelte Allergie auftreten kann.

Meist sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen, die Symptome treten nach den ersten Kontakten zu den allergenen Nahrungsmitteln auf.

Akute Form des FPIES

1-4 Stunden nach dem Verzehr des entsprechenden Nahrungsmittels kommt es zu heftigem, unstillbarem Erbrechen, begleitet von Blässe, Erschöpfung und Schwäche, oft zusätzlich mit Diarrhoen.

Bei jungen Säuglingen sind die Durchfälle oft wässrig und teilweise blutig, zum Teil mit einer Verzögerung von bis zu 48/72 Stunden nach dem Verzehr des Allergens. Von FPIES können auch vollgestillte Säuglinge betroffen sein.

Verläuft die Erkrankung mild, so kann eine orale Rehydratation durchgeführt werden, bei schweren Formen mit Lethargie, Volumenmangelschock, Elektrolytverschiebungen ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig.

Eine Elimination des verursachenden Nahrungsmittels bringt schnelle Besserung der Symptome.

Symptome akuter FPIES

  • repetitivem Erbrechen
  • Volumenmangelschock
  • Sepsis ähnliches Bild

Chronische Form des FPIES

Diese Form liegt vor, wenn ein Nahrungsmittelallergen in kurzer Fütterfolge verzehrt wird, z.B. Säuglingsmilch oder Muttermilch. Daher sind vor allen junge Säuglinge in den ersten Lebensmonaten betroffen.

Die Symptome sind oft unspezifisch und können ohne Unterbrechung auftreten. Sie führen zu einer Dehydratation, manchmal begleitet von wässrigen Durchfällen und können eine Gedeihstörung zur Folge haben.

Die Diagnose ist nicht immer eindeutig und sie kann z.B. mit einer Gastroenteritis verwechselt werden.

Auch hier bringt die strikte Elimination des verursachenden Lebensmittels eine rasche Besserung der Symptome innerhalb weniger Tage.

Symptome chronischer FPIES

  • z.T. wässrige Durchfälle
  • Gedeihstörung
  • Anämie

Diagnose

Neben dem Hauptkriterium des Erbrechens nach Nahrungsaufnahme sollten analog der Leitlinien weitere 3 Kriterien erfüllt sein, um den Verdacht auf ein FPIES zu stellen.

MajorkriteriumErbrechen 1-4 Stunden nach Verzehr des Nahrungsmittels, ohne weitere allergische Symptome
Minorkriterien≥ 2 Episoden von Erbrechen Nahrungsaufnahme
Repetitives Erbrechen (1-4 Stunden nach Nahrungsaufnahme)
Unklare Lethargie
Unklare Blässe
Vorstellung Notfallambulanz
Bedarf intravenöser Flüssigkeit
Diarrhoe
Hypotension
Hypothermie

Eine Eliminationsdiät ist bei beiden Formen von FPIES die einzige Möglichkeit für eine sichere Diagnose. Sie führt in der Regel zu einem raschen Erfolg.

Auslöser

In den meisten Fällen ist eine Nahrungsmittelallergie Auslöser für FPIES. In den meisten Fällen (bis zu 80%) ist nur ein Nahrungsmittelallergen für die Reaktionen verantwortlich. Nur selten sind es 3 oder mehr.

Der häufigste Auslöser ist Kuhmilch.

Therapie

Die Therapie besteht aus einer strikten Meidung des Allergens. Sind wichtige Grundnahrungsmittel wie Milch der Auslöser, muss für einen adäquaten Ersatz gesorgt werden. Hier eignen sich besonders non-allergene Spezialnahrungen wie Neocate.

Prognose

Die Prognose ist gut, variiert allerdings individuell. Eine Reprovokation sollte nach 12-18 Monaten aufgrund der schweren Symptomatik immer unter stationären Bedingungen erfolgen.

In Studien konnte gezeigt werden, dass Neocate eine sichere Ernährungstherapie bei FPIES auch bei Versagen eines extensiven Hydrolysats ist.