Ein rechtzeitiges Erkennen von Anzeichen einer Mangelernährung und einer Gedeihstörung durch Ihre ärztliche Diagnose und eine frühe Intervention durch eine individuelle pädiatrische Ernährungstherapie sind Voraussetzungen dafür, die schwerwiegenden Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes abzufangen und zu vermindern.

Gedeihstörung erkennen anhand der Perzentilen

Die Diagnose „Gedeihstörung“ erfolgt immer auf Basis eines Screenings unter Berücksichtigung des individuellen Perzentilenverlaufs, der mit Referenzwerten verglichen wird. Daher ist die wichtigste Maßnahme das regelmäßige Erfassen von Körpergewicht und Körpergröße, wie es in der pädiatrischen Praxis bei den Vorsorgeuntersuchungen routinemäßig erfolgt. Bei Bedarf können auch Kopfumfang, Armumfang u.a. Parameter zur Beurteilung hinzugezogen werden.

Ein Abfall der etablierten Kurve beim Körpergewicht und der Länge deutet auf eine Gedeihstörung hin. Daher muss immer der Verlauf in der Entwicklung berücksichtigt werden, nicht die Einzelmessung.

Die häufigsten Anzeichen für eine akute Unterernährung/Gedeihstörung sind:

Die häufigsten Anzeichen für eine akute Unterernährung bzw. Gedeihstörung

  • Gewicht und/oder Länge bezogen auf das Alter ≤ 3. Perzentile oder < – 2 SDS bei mehr als einer Messung
  • Gewicht-Längen-Relation < – 2 SDS
  • Gewicht und/oder Länge kreuzen 2 Hauptperzentilen
  • Gewicht unter 75% des mittleren Gewichts für das Alter
  • Gewicht unter 80% des Normalgewichts (50. Perzentile) für die Länge
  • BMI unter der 3. Perzentile oder < – 2 SDS

Handelt es sich um eine chronische Mangelernährung wirkt sich das auch auf die Größenentwicklung aus: Hier gilt Größe < – 2 Standardabweichungen als Definition für eine Wachstumsstörung.

Organische Ursachen ausschließen

Die Vielzahl möglicher Ursachen einer Unterernährung erfordert bei Verdacht auf Gedeihstörung eine orientierende laborchemische sowie eine umfassende pädiatrische Untersuchung. Organische Ursachen für eine mögliche Gedeihstörung können hierbei differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.

Umfeld und Ursachen ausloten – die Anamnese

Bei Ihrer Anamnese sollten besonders das kindliche Essverhalten oder ggf. vorliegende Interaktions- bzw. Fütterungsstörungen zwischen Mutter, Vater und Kind eruiert werden. Ebenso können psychosoziale Faktoren innerhalb der Familie eine Rolle spielen. Vernachlässigung oder Unwissenheit um die Ernährung von Kindern sollten überprüft werden. Bei Bedarf ist es hilfreich, eine Ernährungsfachkraft oder einen Kinderpsychologen hinzuzuziehen.

Nutricia unterstützt Sie auf dem Weg zur Diagnose

Zurzeit stehen verschiedene Screening-Tools in der Pädiatrie zur Verfügung von denen jedoch keines für den Routineeinsatz empfohlen wird.

Mit dem Nutricia Ernährungscheck bieten wir Ihnen ein Screening-Instrument, welches mit Experten gemeinsam entwickelt wurde. Anhand drei kurzer Fragen, kombiniert mit den Perzentilenkurven, können Sie einfach und schnell ein Risiko für eine Mangelernährung erkennen. Im Ernährungscheck finden Sie ebenfalls Angaben für die Therapie einer Mangelernährung.

Nutricia Perzentilenrechner

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