Haben Sie bei Ihren jungen Patienten Art und Ausmaß der Mangelernährung analysiert und eine Gedeihstörung diagnostiziert und dabei eine zugrundeliegende organische Erkrankung ausgeschlossen, steht die schnellstmögliche Behandlung und bestmöglich Behebung der anorganischen Gedeihstörung im Vordergrund.

Das Stufenkonzept der Ernährungstherapie

Das Stufenkonzept der Ernährungstherapie stellt verschiedene Formen der Ernährungsunterstützung dar. Das stufenweise Vorgehen verfolgt das Ziel, den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken und vorhandene Defizite auszugleichen, um eine Gedeihstörung zu verhindern oder ein Aufholwachstum zu gewährleisten. Die Maßnahmen sind kombinierbar und richten sich nach den Bedürfnissen Ihrer Patienten.

Normalkost und Energieanreicherung

An erster Stelle der Ernährungstherapie stehen die ausgewogene Normalkost und Ernährungsberatung, soweit die orale Nahrungsaufnahme problemlos möglich ist. Wenn die Normalkost alleine nicht für ein gutes Gedeihen ausreicht, sollte die Nahrung hochkalorisch angereichert werden, darüberhinaus stehen verschiedene Nahrungsmodule zur Anreicherung der Normalkost zur Verfügung (z. B. Maltodextrin).</span

Eine Anreicherung der Säuglingsnahrung wird nicht empfohlen! Für Säuglinge mit einer Gedeihstörung wird eine therapeutische Säuglingsnahrung mit einem Energiegehalt von 1 kcal/ml empfohlen.

Trinknahrung

Ist eine Anreicherung der normalen Kost nicht zielführend, können medizinische Trinknahrungen eine hochkalorische Ernährung sinnvoll unterstützen. Vollbilanzierte Trinknahrungen, wie z. B. Infatrini und Nutrini für Säuglinge und Kinder, sind vollbilanziert und können sowohl zur ergänzenden als auch zur vollständigen Ernährung eingesetzt werden.

Sondennahrung

Führen Nahrungsanreicherung und ergänzende ernährungstherapeutische Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kann eine Sondenernährung sinnvoll sein, um die Versorgung des Kindes mit lebenswichtigen Nährstoffen sicherzustellen. Auch mit Anlage einer Ernährungssonde (nasogastrale Sonde oder PEG) ist die orale Gabe von Normalkost und Trinknahrung möglich bzw. sollte je nach Voraussetzungen Ihrer Patienten gefördert werden.

Bei entsprechender Indikation sind medizinische Trink- und Sondennahrungen verordnungsfähig.