Die orale Provokation sollte immer unter ärztlicher Aufsicht und bei schweren Reaktionen in der Anamnese unter klinischen Bedingungen organisiert werden. Sie sollte möglichst titriert nach einem aufsteigenden Schema (z. B. schrittweise Gabe von 0,1–0,3–1,0–3,0–10,0–100 ml Kuhmilch/Kuhmilchformula) durchgeführt werden. Das Kind wird mind. 2-3 Stunden nach der letzten Gabe überwacht. Bei Reaktionen während der Provokation sollte diese sofort beendet werden. Treten keine Symptome auf, so sollte das Kind am nächsten Tag noch mind. 250 ml Kuhmilch/Kuhmilchformula zu Hause trinken.

(Niggemann B et al. Standardisierung von oralen Provokationstests bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie, Allergo J 2011;20:149–60)

Treten die Symptome nach erfolgter oraler Provokation nicht wieder auf, so ist eine Kuhmilchproteinallergie unwahrscheinlich. Bei einem erneuten Auftreten der Symptome wird die Kuhmilchproteinallergie bestätigt und die Therapiephase eingeleitet.