Die Symptome der Kuhmilchproteinallergie sind unspezifisch und zeigen sich an verschiedenen Organen:

  • dermatologische Manifestationen, wie z. B. Neurodermitis, atopisches Ekzem
  • gastrointestinale Beschwerden wie Obstipation, Erbrechen, Reflux, eosinophile Ösophagitis, Diarrhoe, allergische Kolitis
  • Atemwegssymptome wie Wheezing, bronchiale Obstruktionen, Larynxödem, allergische Rhinokonjunktivitis und Asthma
  • FPIES (food protein-induced enterocolitis syndrome)
  • systemische Reaktionen wie Anaphylaxie

Ca. 50-70 % der betroffenen Kinder reagieren über die Haut und 25–60 % über den Gastrointestinaltrakt. Die anderen Symptome kommen seltener vor, bedürfen aber aufgrund ihrer Schwere einer besonderen Beachtung. So benötigen Kinder mit schweren Reaktionen unter Umständen ein Notfallset, das auch einen Adrenalin-Autoinjektor beinhaltet.

Häufig zeigen sich die Symptome auch in Kombination:  Bis zu 60 % aller Säuglinge haben sowohl dermatologische als auch gastrointestinale Probleme. Ebenso sind Mischformen aus non-IgE vermittelten und IgE vermittelten Reaktionen möglich.

Während sich die IgE vermittelten Allergien meist über Sofortreaktionen innerhalb weniger Minuten bis Stunden zeigen, äußern sich die Symptome einer non-IgE vermittelten Allergie als Spätreaktionen, 48–72 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen.

Kinder mit Kuhmilchproteinallergie brauchen eine Spezialnahrung

Der Weg bis zur Diagnose Kuhmilchproteinallergie ist oft lang und frustrierend für alle Beteiligten, da die Symptome meist unspezifisch sind und oft den typischen Anpassungsbeschwerden eines jungen Säuglings ähneln. Die Differenzialdiagnostik ist häufig langwierig. Nur eine kuhmilchfreie Eliminationsdiät mit anschließender Provokation bringt endgültige Klarheit.

Unter einer längeren Eliminationsdiät bildet sich die Allergie in den meisten Fällen nach wenigen Monaten bis Jahren vollständig zurück. Gleichzeitig müssen durch die Eliminationsdiät bedingte Mangelzustände vermieden werden, um eine altersgerechte Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Kinder mit Kuhmilchproteinallergie brauchen eine Spezialnahrung, die sicher vor allergischen Reaktionen schützt und sie darüber hinaus bedarfsgerecht mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt – für ein normales Gedeihen.

Ernährung bei Kuhmilchproteinallergie

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine spezifische immunologische Reaktion mit klinischen Symptomen auf bestimmte Nahrungsmittelproteine. Bei einer genetischen Disposition spricht man auch von Atopie. Nach dem ersten Kontakt (Sensibilisierung) wird bei jedem weiteren Kontakt eine Entzündungskaskade ausgelöst.

Diagnostik bei Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie

Bei Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie können laut aktuell gültigem Konsensuspapier Haut- und Bluttests (spezifisches IgE im Serum) nach ausführlicher Anamnese mit Symptomtagebuch, einen ersten Hinweis auf eine allergische Erkrankung geben. Sie allein sind in der Regel jedoch nicht aussagekräftig.