Bei mehr als 30 % der Kinder mit CF wird Mangelernährung beobachtet. Die Ursachen hierfür sind zum einen ein erhöhter Grundumsatz infolge von Infektionen, Husten und intensivierter Atemtätigkeit. Aber auch Inappetenz bei chronischen Infektionen, gastroösophagealer Reflux und Nebenwirkungen von Medikamenten können eine negative Nährstoffbilanz mit sich bringen.

Bei älteren Kindern kann die Nährstoffaufnahme außerdem durch CF-bedingte Komorbiditäten wie der Beginn eines CF-bedingten Diabetes mellitus, die CF-Lebererkrankung oder die CF-Darmerkrankung beeinträchtigt sein. Ebenso können Motilitätsprobleme des Darms oder ein distales intestinales Obstruktionssyndrom (DIOS) den Ernährungsstatus und die Lebensqualität der Kinder negativ beeinflussen.

Mögliche Folgen einer nicht erkannten Mukoviszidose

Unbehandelt kann Mangelernährung im Kindesalter vermehrte Atemwegsinfekte, eine nachlassende Lungenfunktion und Wachstumsstörungen zur Folge haben. Auch eine geringere Lebenserwartung sowie schwere kognitive Beeinträchtigungen sind mit Mangelernährung bei CF assoziiert.

Früherkennung von Mangelernährung ist bei CF essenziell

Ein wichtiger prognostischer Faktor für den Verlauf der CF ist der Ernährungsstatus. CF-Patienten sollten von pädiatrischen Gastroenterologen bzw. Ernährungsspezialisten regelmäßig überprüft werden. Erhoben wird dabei der Status bezüglich Wachstum, Entwicklung, Essverhalten und Psyche.

In unkomplizierten Fällen sind für den Ernährungsstatus dreimonatige Kontrolltermine ausreichend. Blutbild, Albumin und die Vitamine A, D und E sollten in jährlichen Abständen kontrolliert werden. Ernährungsprotokolle sind bei Gewichtsverlust und Gedeihstörungen indiziert. Bestehen Hinweise auf eine Malnutrition, müssen auch Elektrolytwerte, Säure-Basen-Haushalt und Harnstoff überwacht werden.

Regelmäßiges Überwachen von Wachstum und Gewicht

Die üblichen Perzentilenkurven geben Hinweise auf eine drohende oder manifeste Mangelernährung bzw. Untergewicht.

Wann besteht Handlungsbedarf?

Handlungsbedarf besteht bei folgenden Werten:

  • Gewicht < 3. Perzentile und/oder
  • Gewichtsverlust mit Abfall > 2 Hauptperzentilen

Eine größere Genauigkeit bieten zwischen dem 2. und 18. Lebensjahr die Body Mass Index-Perzentilen (BMIp). Als Grenzwert für Unterernährung gilt hier die 15. BMI-Perzentile.

Werden Schwierigkeiten bei der Ernährung und abfallende Gewichtskurven beizeiten erkannt, ist eine rasche Intervention beispielsweise in Form von Trinknahrung möglich. Somit kann die Chance für ein Aufholwachstum und eine Verbesserung des Ernährungsstatus frühzeitig genutzt werden.

Literaturquellen

Hier finden Sie das Quellenverzeichnis zum Therapiegebiet Mukoviszidose.

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