Ein defizitärer Ernährungsstatus ist unter onkologischen Patienten ausgesprochen häufig. So weisen bei der Diagnosestellung einer primär fortgeschrittenen Erkrankung je nach Tumorentität 31 bis 87 % einen Gewichtsverlust auf. Zwei von drei Patienten entwickeln im weiteren Verlauf eine manifeste Tumorkachexie, ein multifaktorielles Syndrom, das zusätzlich zum Gewichtsverlust durch Müdigkeit, Appetitlosigkeit, systemische Entzündungszeichen und Muskelschwund gekennzeichnet ist.

Ursachen für eine Malnutrition bei onkologischen Patienten

Die Ursachen für eine Malnutrition bei onkologischen Patienten sind vielfältig. Dazu zählen beispielsweise:

  • krankheitsassoziierte oder auch therapieinduzierte veränderte Geschmackswahrnehmung (Dysgeusie) und Appetitverlust
  • krankheitsassoziierte oder auch therapieinduzierte Kau- und Schluckstörungen
  • Resorptionseinschränkungen bei Erbrechen, Durchfall oder gastrointestinalen Obstruktionen
  • eine systemische Entzündung, wie sie mit Krebserkrankungen häufig einhergeht. Letztere kann dann zu einer katabolen Stoffwechsellage und somit zur Tumorkachexie führen.

Folgen von Mangelernährung für Lebensqualität und Prognose

Für Ihre Patienten kann ein schlechter Ernährungsstatus tiefgreifende negative Konsequenzen haben. Denn Mangelernährung, Gewichtsverlust und Tumorkachexie reduzieren nicht nur die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität; sie führen auch dazu, dass Patienten Therapien schlechter tolerieren und weniger davon profitieren.

Der Zusammenhang wird am Beispiel der Chemotherapie deutlich. In die Berechnungen zur Dosierung geht neben der Körpergröße auch das Körpergewicht ein. Verlieren Patienten während der Therapie an Gewicht, steigt das Risiko für Toxizitäten. Als Konsequenz muss die Dosierung reduziert bzw. der Behandlungszyklus abgebrochen oder verschoben werden.

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Gewichtsverlust und Toxizitätsrisiko während der Chemotherapie

Untersuchungen zeigten, dass Krebspatienten mit Gewichtsverlust trotz anfänglich niedrig dosierter Chemotherapie häufiger Nebenwirkungen und schwere, dosislimitierende Unverträglichkeiten entwickelten. Zudem sprachen sie schlechter auf die Chemotherapie an und verstarben früher. Bereits ein Gewichtsverlust von 2,4 Prozent geht mit einem signifikant geringeren Überleben einher; selbst bei übergewichtigen Patienten ist der Gewichtsverlust mit einer schlechteren Prognose assoziiert, nämlich dann, wenn er zu Lasten der Muskelmasse geht.

Unterstützung durch Trink- und Sondennahrung bei Ernährungsdefiziten

In der S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie empfehlen die Autoren, onkologische Patienten beim Erstkontakt und danach regelmäßig auf das Risiko einer Malnutrition bzw. auf bereits vorliegende Defizite zu untersuchen.1 Im weiteren Verlauf geht es darum, einer Mangelernährung vorzubeugen oder Ernährungsdefizite bestmöglich zu behandeln. Hierzu verweist die Leitlinie unter anderem auf den Einsatz von Trink- und Sondennahrungen.

Wir von Nutricia bieten ein umfangreiches Sortiment an Trink- und Sondennahrungen sowie dazugehöriger Applikationstechnik an, die eine individualisierte Therapie von Ernährungsdefiziten ermöglichen.