Die enterale Ernährung kritisch kranker Intensivpatienten wird zunächst transnasal durchgeführt, da diese Methode weniger invasiv ist als die Anlage einer PEG. Wenn absehbar ist, dass die enterale Ernährung voraussichtlich länger als 4 Wochen notwendig ist, kann die Anlage einer PEG bzw. PEG/J in einer klinisch stabilen Phase erfolgen.

Hinweise zum Legen einer transnasalen Ernährungssonde

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Wichtig ist in jedem Fall eine frühzeitige enterale Ernährungstherapie.

Hinweise zur Sondenpflege

Die Pflege von Medizinprodukten für die enterale Ernährung ist enorm wichtig. Zum einen um eine lange Lebensdauer der Produkte zu gewährleisten und zum anderen um möglichen Komplikationen vorzubeugen. 

Außerdem können durch strenge Hygienemaßnahmen Infektionen sowie das Ausbreiten von Krankheiten vermieden werden. Dies ist vor allem auf der Intensivstation wichtig, da dort ausschließlich kritisch kranke Patienten behandelt werden. 

Es ist uns ein großes Anliegen, Sie bestmöglich zu unterstützen. Deswegen haben wir die wichtigsten Regeln zur Pflege von Medizinprodukten in der enteralen Ernährung in einem Video sowie einem PDF-Dokument für Sie zusammengefasst.

Regeln für tägliche Pflege der Medizinprodukte in der enterale Ernährung

Speziell bei der Pflege transnasaler Sonden ist die tägliche Nasenpflege unerlässlich, um die Nasenflora zu erhalten und Infektionen sowie Druckgeschwüre im Nasen-Rachen-Raum zu vermeiden. 

Auch hier haben wir ein PDF-Dokument erstellt, welches Sie speziell bei der Pflege von transnasalen Sonden unterstützen soll. Dieses können Sie mit einem Klick auf den folgenden Button herunterladen. 

Beileger zur Pflege transnasaler Sonden

PDF, 458 KB

Regeln für tägliche Pflege der Medizinprodukte

PDF, 593 KB

Applikation der Nahrung über die Ernährungspumpe

Eine Ernährungspumpe erlaubt eine langsame, gleichmäßige Verabreichung der Sondennahrung, wodurch die Verträglichkeit der Sondennahrung erhöht wird. Dies ist bei kritisch Kranken sehr wichtig 

Meist wird mit geringer Laufrate und ohne Nahrungspause ernährt, d.h. 24 Stunden am Tag, ohne Tag-Nacht-Rhythmus, beginnend mit
10–20ml/h. Wenn die metabolische Verträglichkeit es erlaubt und es zu keinen großen Blutzucker-Schwankungen kommt, wird die Laufrate gesteigert, bis die Kalorien-Zielgröße erreicht wird.

Als Spezialist für Applikationstechnik zur optimalen Verabreichung von Sondennahrung haben wir bei Nutricia kleine und leichte Ernährungspumpen entwickelt, die sowohl für den stationären als auch den mobilen Einsatz optimal geeignet sind. Unsere Flocare® Infinity™️ ermöglicht eine kontinuierliche Applikation. Zudem kann mit unserer Flocare® Infinity™️ + die Sondenkost sowohl kontinuierlich als auch per Bolus verabreicht werden. 

Unter dem folgenden Link finden Sie alle Videos zur Einrichtung der Flocare® Infinity™️ und der Flocare® Infinity + Ernährungspumpen.

FAQs

Kann ich über eine transnasale Sonde mit einer Pumpe ernähren?

Bei Patienten, bei denen hier keine Gefahr der Dislokation der Sonde besteht, kann die Nahrung auch per Pumpe oder Schwerkraft appliziert werden. Wichtig ist jedoch immer, vor der Ernährung die Lage der Sondenspitze zu kontrollieren, z.B. durch Aspiration von Magen- bzw. Dünndarmsekret über die Ernährungssonde. Nur bei korrekter Lage der Sonde ist die Applikation per Pumpe oder Schwerkraft gefahrlos möglich. 

Wie oft muss eine transnasale Sonde gewechselt werden?

Die Flocare® Pursoft Ernährungssonden sind für die kurz- bis mittelfristige Ernährung geeignet und sollten daher spätestens nach 6 Wochen gewechselt werden. 

Die Flocare® Nutrisoft Ernährungssonden sind für die mittelfristige Ernährung geeignet und sollten daher spätestens nach 8 Wochen gewechselt werden. 

Wie oft muss die Lage der transnasalen Sonde kontrolliert werden?

Die Lage einer transnasalen Sonde sollte vor jeder Nahrungs- und Medikamentengabe überprüft werden, um die Ernährung in den Magen sicherzustellen. Hierzu eignet sich vor allem die Messung des pH-Wertes.  Schrauben Sie hierzu eine ENFit® Spritze auf die Sonde und ziehen Sie eine kleine Menge Magensaft ab. Hinweis: Die Gabe von Antacida (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure) kann die Messung beeinflussen. Zudem kann die Messung durch die Lage der Sondenspitze, vorherige Medikation sowie die Nahrungsaufnahme beeinflusst werden. Träufeln Sie den entnommenen Magensaft auf einen pH-Teststreifen. Der pH-Wert muss niedriger als 5,5 sein. Bei einem pH-Wert über 5,5 sollte die Lage mit einer Röntgenaufnahme bestätigt werden.  

Darf ich den Mandrin wieder in die Sonde schieben?

Vor Beginn der Anlage wird der Mandrin (Führungsdraht) in die Sonde geschoben und fest verbunden. Hier sollte sichergestellt werden, dass die Mandrinspitze nicht durch eines der seitlichen Austrittslöcher heraussteht. Während des gesamten Anlagevorgangs muss der Mandrin fest in der Sonde verbleiben und darf erst gelöst und aus der Sonde gezogen werden, wenn diese korrekt und sicher platziert wurde.   

Wie oft muss die Sonde gespült werden?

Um eine lange Lebensdauer einer Ernährungssonde zu gewährleisten, sollte diese regelmäßig gespült werden:

  • Nach der Nachtruhe, vor der ersten Nahrungsgabe 
  • Vor und nach jeder Nahrungsapplikation 
  • Vor und nach der Medikamentengabe sowie zwischen der Verabreichung verschiedener Medikamente 
  • Bei kontinuierlicher Applikation: Bei jedem Wechsel des Sondennahrungsbehälter 
  • Bei längerer Unterbrechung der Sondenernährung spätestens nach 8 Stunden 
  • Bei einem längerem Nichtgebrauch der Sonde bitte 2x täglich spülen  

Welche Sonde sollte bei der Behandlung von Corona Patienten auf der Intensivstation genutzt werden? 

Für die kurzfristige Ernährung von Coronavirus Patienten auf der Intensivstation über eine nasogastrale Sonde empfehlen wir die Flocare® PURSOFT Ernährungs- und Ablaufsonde CH14. Denn mit dieser kann sowohl ernährt als auch eine Magendekompression durchgeführt werden. Der separate Ablaufschenkel ermöglicht bei hohem gastralen Residualvolumen, Magensaft ablaufen zu lassen. Mit einem Außendurchmesser von nur 4,7mm ist die Flocare® PURSOFT CH14 relativ dünn, was insbesondere bei Patienten in Bauchlagerung wichtig ist, um Druckgeschwüre zu vermeiden.