Die Ernährungsdefizite von Kindern mit Zerebralparese werden oft unterschätzt. Rund 40 % aller Kinder mit neurologischer Behinderung sind mangelernährt – mit Folgen für ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre Teilhabe am sozialen Leben. Mangelernährung kann auch mit erhöhter Morbidität und Mortalität einhergehen.

Mithilfe einer adäquaten Ernährungstherapie kann dies verhindert werden. Das Stufenkonzept stellt verschiedene Formen der Ernährungsunterstützung dar. Die Maßnahmen sind kombinierbar und richten sich nach den Bedürfnissen Ihrer Patienten.

Das Stufenkonzept der Ernährungstherapie

Normalkost und Energieanreicherung

An erster Stelle der Ernährungstherapie stehen die ausgewogene Normalkost und Ernährungsberatung, soweit die orale Nahrungsaufnahme problemlos möglich ist. Wenn die Normalkost alleine nicht für ein gutes Gedeihen ausreicht, sollte die Nahrung kalorisch angereichert werden (link Tipps zur Anreicherung) , außerdem stehen verschiedene Nahrungsmodule zur Anreicherung der Normalkost zur Verfügung (z. B. Maltodextrin).

Enterale Ernährung

Energiereiche Trinknahrung kann eine hochkalorische Ernährung sinnvoll unterstützen. Medizinische Trinknahrungen, wie z. B. Infatrini und Nutrini für Säuglinge und Kinder, sind vollbilanziert und können sowohl zur ergänzenden als auch vollständigen Ernährung eingesetzt werden.

Auch Sondennahrung kann bei notwendiger Indikation zuverlässig die Versorgung des Kindes mit lebenswichtigen Nährstoffen sicherstellen. Mit Anlage einer Ernährungssonde ist die zusätzliche orale Gabe von Normalkost oder Trinknahrung möglich bzw. sollte, je nach Voraussetzungen Ihrer Patienten, gefördert werden.

Parenterale Ernährung

Falls eine enterale Ernährungssonde aus anatomischen oder anderen Gründen nicht möglich ist, kann in letzter Konsequenz die Energie- und Nährstoffversorgung parenteral bzw. mittels Infusion einer Nährstofflösung in den Blutkreislauf, gewährleistet werden.

Hinweise zur Berechnung des Energie- und Proteinbedarfs

Der Energiebedarf korreliert mit den motorischen Einschränkungen: Je eingeschränkter die Motorik, desto geringer ist der Energiebedarf. Zur Berechnung des Energiebedarfs von Kindern mit Behinderung gibt es Schätzwerte, die auf der Körperlänge des Kindes basieren.

BedingungKalorien pro cm Körperlänge
Mobiles Kind, 5–12 Jahreca. 14 kcal/cm
Nicht-mobiles Kind, 5–12 Jahreca. 11 kcal/cm
CP, stark eingeschränkte Mobilität5–10 kcal/cm
CP, leicht bis mittelgroße Mobilitätca. 15 kcal/cm
M. Down, 5–12 Jahre, männlichca. 16 kcal/cm
M. Down, 5–12 Jahre, weiblichca. 14 kcal/cm

Der Proteinbedarf entspricht hingegen dem gesunder Kinder. Für neurologisch erkrankte Kinder mit gutem Ernährungsstatus gelten daher in der Regel die normalen Proteinempfehlungen. Mit Ausnahme von Kindern mit Dekubitus, niedrigen Energiebedarf und Unterernährung, hier steigt der Proteinbedarf auf bis zu 2-2,4 g/kg KG/Tag.

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