Das Screening-Tool „Red Flags“ dient der Identifikation von Fütterungs- und Schluckproblematik bei Kindern mit Zerebralparese. Die Fragen zu den fünf Bereichen richten sich gezielt auf die Fütterungssituation und geben einen Anhaltspunkt, ab wann interveniert werden sollte.

FragenRote Flagge
Wie lange brauchen die Eltern, um ihr Kind zu füttern?Regelmäßig mehr als 30 Minuten
Sind die Mahlzeiten für Kind oder Eltern stressig?Ja, für den einen oder anderen oder beide
Nimmt das Kind entsprechend an Gewicht zu?Fehlende Gewichtszunahme in den letzten 2-3 Monaten, nicht nur Gewichtsverlust
Gibt es Anzeichen von Atemwegsproblemen?Zunehmende Belastung während der Mahlzeiten, gurgelnde Stimme, Atemwegserkrankungen

Perzentilenkurven bei Zerebralparese

Da bei Kindern mit Zerebralparese Größe und Gewicht mittels üblicher Perzentilenrechner nicht immer allein zuverlässig bestimmbar sind, werden weitere Parameter zur Hilfe gezogen. Zur Schätzung der Körperlänge werden Formeln verwendet, die auf ausgewählten Segmentparametern (Oberarm- und Tibialänge sowie Kniehöhe) basieren (siehe Tabelle).

Auch bei Kindern mit Zerebralparese ist die Betrachtung des individuellen Verlaufs der Perzentilkurven zentral für die Beurteilung der Entwicklung. Für die Diagnose einer Mangelsituation wird der Absolutwert erfasst und in Bezug zu den Referenzwerten sowie zum zeitlichen Verlauf der individuellen Perzentilen des Patienten gesetzt.

SegmentmessungKörperlängen-Schätzung Körperlänge = KLStandardabweichung
Oberarmlänge (OAL)KL = (4,35 x OAL) + 21,81,7
Tibialänge (TL)KL = (3,26 x TL) + 30,81,4
Kniehöhe (KH)KL = (2,69 x KH) + 24,21,1

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Die sorgfältige Ernährungsanamnese

Eine sorgfältige Ernährungsanamnese ist notwendig, um einer Mangelernährung und einer damit verbundenen Wachstumsstörung vorzubeugen. Eine Ernährungsanamnese kann wichtige Aufschlüsse über das Ernährungsverhalten sowie die Dauer der Nahrungsaufnahme geben.

Sie können auch den Eltern oder Pflegekräften Ihrer Patienten nahelegen, ein detailliertes Ernährungsprotokoll zu führen. Im Ernährungsprotokoll werden über 5–7 Tage die Nahrungsart und -menge, Probleme beim Füttern sowie Gemütszustände und Beschwerden (Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung etc.) des Kindes notiert. Das Protokoll kann Ihnen möglicherweise weitere Hinweise für Ihre Diagnose liefern.