Bei der Behandlung Ihrer Patienten mit infantiler Zerebralparese erleben Sie vermutlich oft, wie unterschiedlich die Symptome ausgeprägt sein können. Die individuelle Förderung von Kindern mit Zerebralparese spielt daher eine herausragende Rolle. Vielfältige Maßnahmen unterstützen Ihre Patienten, ihr jeweiliges Entwicklungspotenzial voll entfalten zu können.

Auch die bedarfsgerechte Ernährung von Kindern mit Zerebralparese stellt manchmal eine Herausforderung dar. Krankheitsbedingt können oralmotorische Beeinträchtigungen das Kauen und Schlucken erschweren. Daher ist oftmals auch ein adäquates Ernährungsmanagement ein wichtiger Baustein im Rahmen der Gesamtbehandlung von Kindern mit Zerebralparese.

Ihre Mithilfe ist gefragt!

Frau PD Dr. Anjona Schmidt-Choudhury, Leiterin der Kindergastroenterologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum, führt eine Studie durch, welche ein flächendeckendes Gesamtbild über die Ernährungsprobleme neurologisch beeinträchtigter Kinder liefern soll. Deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle herzlich dazu einladen, an der Studie teilzunehmen und so gemeinsam die bestehenden Ernährungsprobleme der betroffenen Kinder zu identifizieren.

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Das Krankheitsbild der infantilen Zerebralparese

Die infantile Zerebralparese (alt. Cerebralparese, abgek. CP) ist die häufigste Ursache für motorische Störungen und schwere neurologische Beeinträchtigungen von Kindern. Hervorgerufen wird diese neurologische Erkrankung durch Schädigungen des Gehirns vor, während oder nach der Geburt, z. B. aufgrund von Sauerstoffmangel während der Geburt, einer pränatalen Infektion, einer Entzündung (z. B. Meningitis oder Enzephalitis) oder eines Schädelhirntraumas.

Die Prävalenz der Zerebralparese beträgt 2–3,5 Fälle pro 1.000 Lebendgeburten. Bei frühen Geburten (< 28. SSW) steigt sie auf rund 10 % an. Die Zerebralparese korreliert eindeutig mit dem Geburtsgewicht: Je geringer das Geburtsgewicht, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Zerebralparese. Bei Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 g ist die Häufigkeit einer Zerebralparese 70-fach höher als bei Säuglingen mit einem Geburtsgewicht von mehr als 2.500 g.

Oralmotorische Dysfunktionen

Neben motorischen Einschränkungen sind die häufigsten Symptome einer Zerebralparese sensorische und kognitive Beeinträchtigungen sowie epileptische Anfälle. Sehr häufig treten auch oralmotorische Dysfunktionen auf, die das Füttern bzw. Essen erschweren können. Rund 90 % aller Kinder mit Zerebralparese im Vorschulalter weisen eine solche Fehlfunktion auf. Schwere Fütterungsstörungen gehen in fast 60 % der Fälle der Diagnose Zerebralparese voraus.

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Erhöhtes Risiko für Mangelernährung und Gedeihstörung

Die ausreichende Ernährung eines Kindes mit Zerebralparese bereitet vielen Eltern große Sorgen. Krankheitsbedingte Kau- und Schluckstörungen, aber auch gastrointestinale Dysfunktionen können die Fütterungs- und Esssituation erschweren. Zwischen 29–46 % aller Kinder mit neurologischen Erkrankungen sind untergewichtig. Insbesondere Kinder mit infantiler Zerebralparese sind häufig von Mangelernährung sowie Wachstums- und Gedeihstörung betroffen.

Bei Kindern mit (schweren) neurologischen Beeinträchtigungen kann sich ein andauernder Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen stark auf ihre Lebensqualität auswirken und Entwicklungsstörungen hervorrufen bzw. verstärken. Damit Kinder mit Zerebralparese ihr Entwicklungspotenzial voll entfalten können, ist oftmals ein adäquates Ernährungsmanagement notwendig. Die richtige Ernährungstherapie kann zudem die Pflege von Kindern mit neurologischen Erkrankungen erheblich erleichtern und zu einer verbesserten Entwicklung und Lebensqualität beitragen.