Bei Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie können laut aktuell gültigem Konsensuspapier Haut- und Bluttests (spezifisches IgE im Serum) nach ausführlicher Anamnese mit Symptomtagebuch, einen ersten Hinweis auf eine allergische Erkrankung geben. Sie allein sind in der Regel jedoch nicht aussagekräftig.

Je höher der Titer der spezifischen Antikörper (IgE-Wert) oder je größer die Quaddel im Hauttest, auch Skin-Prick-Test genannt, umso wahrscheinlicher ist eine Allergie Ursache der Symptome. Die Bestimmung der IgE-Antikörper hat keine Bedeutung in der Allergiediagnostik, ebenso der Atopie-Patch-Test, der nur in klinischen Studien angewendet wird.

Achtung: Bei den non-IgE vermittelten Spätreaktionen sind die Blutwerte und der Prick-Test negativ. Hier ist eine sichere Diagnostik immer über eine milchfreie Eliminationsdiät notwendig.

Klarer Fall: Keine weitere Diagnostik bei positivem spezifischem IgE und klarer Sofortreaktionen bzw. Anaphylaxie

Bei positiven spezifischen IgE-Werten und klaren klinischen Sofortreaktionen oder bei Anaphylaxie ist oft keine weitere Allergiediagnostik notwendig. Die milchfreie therapeutische Diät kann sofort begonnen werden. Bei unspezifischen Symptomen sollte immer eine milchfreie Eliminationsdiät beim Kind oder bei der stillenden Mutter durchgeführt werden.

Auch gestillte Kinder können eine Kuhmilchproteinallergie entwickeln.

Eine Kuhmilchproteinallergie ist selbst bei vollgestillten Säuglingen möglich, allerdings nur mit einer Häufigkeit von 0,5 %. Hier zeigt sich vor allem eine Verschlechterung des atopischen Ekzems und/oder allergische Proktokolitis.

 

Eine milchfreie Eliminationsdiät gibt Sicherheit in der Diagnostik

Bei der diagnostischen Eliminationsdiät wird Kuhmilch bzw. Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis aus der Ernährung des Kindes entfernt. Stellen Sie Ihre Patienten auf eine geeignete milchfreie Ersatznahrung um, die sicher vor allergischen Reaktionen schützt und ernährungsphysiologisch vollwertig und bedarfsgerecht ist.

Die Eliminationsdiät sollte über 1–4 Wochen (je nach Symptomatik) durchgeführt werden. Bessern sich die Symptome nicht, so sollte ein Facharzt für eine weitergehende Diagnostik hinzugezogen werden. Bessern sich die Symptome unter der Eliminationsdiät, wird im Anschluss zur Überprüfung der Allergie eine orale Provokation mit Milch oder Säuglingsmilch durchgeführt.

Nicht-gestillte Kinder brauchen einen sicheren Milchersatz.

Infrage kommen hier Spezialnahrungen auf Basis milchfreier, non-allergener Aminosäuren (AAF) wie Neocate oder extensiv hydrolysierte Nahrungen (ehF) auf Kuhmilchbasis. Allerdings kann nur mit einer AAF Nahrung eine vollständige Allergenelimination gewährleistet werden. Mütter, die ihre Kinder stillen, verzichten strikt für 10–14 Tage auf Milch und Milchprodukte in ihrer Ernährung.

Sojanahrung ist für Kinder im 1. Lebensjahr nicht geeignet, da Sojaprodukte ebenfalls als hochallergen gelten und zudem Isoflavone enthalten, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln.

Mit der Verordnung einer altersangepassten Neocate Spezialnahrung erreichen Sie eine hohe Therapiesicherheit für Ihre Patienten. Die so behandelten Säuglinge oder Kinder werden mit allen Nährstoffen versorgt und sind durch das besondere, nicht allergene Eiweißäquivalent maximal vor allergischen Reaktionen geschützt.

Ihr Therapieziel: Die vollständige Eliminierung von Allergenen in der Ernährung erreichen Sie bei Ihren Patienten nur durch die Verordnung einer non-allergenen Spezialnahrung auf Aminosäurebasis.